Das Szenario: Ein großflächiger Stromausfall legt die Schleuse und das Wasserkraftwerk im Innenstadtbereich lahm. In der Folge steigen die Pegel von Hunte und Küstenkanal deutlich an. Eine Überflutung angrenzender Wohngebiete scheint nur noch eine Frage der Zeit.
Zum Einsatz kam das High Capacity Pumping-Modul (HCP-Modul), eine spezialisierte Auslandseinheit des THW, die über das Katastrophenschutzverfahren der Europäischen Union angefordert werden kann. Die Einsatzkräfte errichteten eine etwa 800 Meter lange Pumpstrecke, mit der große Wassermengen um die betroffenen Anlagen geleitet wurden. Dabei wurden drei leistungsstarke Pumpen eingesetzt, die grundsätzlich Förderleistungen zwischen 5.000 und 25.000 Litern pro Minute ermöglichen. In der Übung wurde eine reale Fördermenge von rund 5.000 Litern pro Minute erreicht. Das entspricht etwa 33 gefüllten Badewannen – jede Minute.
Parallel überwachten Helfer aus den Trupp „Mobiler Hochwasserpegel“ kontinuierlich die Wasserstände, um Veränderungen frühzeitig zu erkennen.
Solche Übungen fördern die überregionale Zusammenarbeit und stellen sicher, dass Technik, Personal und Abläufe auch unter realistischen Bedingungen einsatzbereit sind. Das HCP-Modul zeigt nicht nur im internationalen Einsatz, sondern auch im Inland, wie wichtig spezialisierte, koordinierte Hilfe im Katastrophenfall ist.
Bilder:THW/R.Janßen