03.08.2018

THW will mehr Frauen in der Truppe

Bericht der NWZ

Von 36 engagierten Helfern beim THW Varel sind nur sieben Frauen. Das soll sich mit der „Ladies Night“ am 24. August ändern.

VAREL - Auf 36 Helfer kann das Technische Hilfswerk (THW) im Ernstfall zurückgreifen – nur sieben davon sind Frauen. An dieser Quote soll sich etwas ändern, weshalb das THW jetzt eine „Ladies Night“ plant, um mehr Frauen für ein Engagement zu begeistern – und zwar auch bei den Einsatzkräften. Denn die Frauen, die den Weg zum THW schon gefunden haben, beschränken sich dort meistens auch auf eher klassische Frauentätigkeiten, indem sie sich in der Verwaltung oder der Jugendarbeit einbringen.

Um den Frauen am 24. August die Mitgliedschaft im THW möglichst schmackhaft zu machen, haben sich die Organisatoren einiges einfallen lassen, um mögliche Berührungsängste auszuräumen. Treffpunkt ist beispielsweise nicht direkt beim THW an der Emil-Heeder-Straße 12, sondern am Vareler Bahnhof. Einerseits will man Frauen ohne Auto so auch ermöglichen, zur Ladies Night zu kommen; auf der anderen Seite gibt es dort einen „Blaulichtempfang“. Das heißt: Die THWler richten mit ihren Einsatzfahrzeugen den Shuttle-Service vom Bahnhof zum Ortsverband ein.

In der Emil-Heeder-Straße angekommen, gibt es erst einmal eine kleine Vorstellung, was das THW überhaupt ist. „Viele denken immer noch, dass wir die blaue Feuerwehr sind“, sagt Christian Schmidt, der die Ladies-Night mitorganisiert.

Danach können sich die Frauen an verschiedenen Stationen austoben. Navigation nur mit der Karte, der Umgang mit der Schere oder dem Spreizer, ein heißer Draht, für den die Frauen den Strom selbst erzeugen müssen, die Arbeit mit Pumpen und ein Deichspiel, bei dem ein Deich im Miniaturformat gebaut wird, der dann hoffentlich auch dem Wasser standhält. In einer Kreativecke können außerdem filigrane Dinge aus Beton geschaffen werden.

Der Clou beim Beton: „Der muss erst aushärten. Wer seine Skulptur mitnehmen will, muss also später noch einmal wiederkommen“, sagt Christian Schmidt. Dahinter steht die Hoffnung, die Frauen später bei einem Dienstabend noch einmal wieder zu sehen. Außerdem gibt es für alle Teilnehmerinnen ein Polaroid-Bild mit THW-Jacke und mit Namensschild als Erinnerung.

Eine, die ganz ohne Ladies Night zum THW gefunden hat, ist Karin Dierks. Sie gehört schon seit neun Jahren zu den Helfern vom THW und hat als Gruppenführerin im Einsatz auch das Sagen über einige Männer. Probleme habe es da nie gegeben. „Die Männer unterstellen sich mir ganz gut“, sagt sie. Die meisten seien jünger als sie, respektierten sie als Gruppenführerin und fragen bei Unklarheiten bei ihr nach. „Man wird hier auch als Frau voll akzeptiert.“ Nur einmal hatte sie befürchtet, ihren Posten zu verlieren, nämlich als sie schwanger wurde. „Aber das ließ sich alles ganz gut vereinbaren“, erklärt Karin Dierks.

Wer Interesse an der „Ladies Night“ in Varel hat, kann sich noch bis zum 17. August über die Homepage des THW anmelden. Die Plätze sind begrenzt.

Bericht: Christopher Hanraets (NWZ) (https://www.nwzonline.de/friesland/blaulicht/varel-ehrenamt-thw-will-mehr-frauen-in-der-truppe_a_50,2,622279051.html)


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